Plantarfasziitis

Die Plantarfasziitis ist eine Entzündung der Sehnenplatte auf der Unterseite des Fußes. Häufig wird sie von Läufern als brennende Fußsohle beschrieben.     

Die mediale (innere) und die laterale (äußere) Plantar-Sehne („Faszie“) verbinden jeweils den hinteren Teil des Fußes mit dem vorderen. Sie sind nicht sehr dehnfähig und reagieren empfindlich auf Überbelastung.

Die Plantarfasziitis wird häufig mit dem Fersensporn verwechselt. Der Fersensporn ist ein kleiner Vorsprung an der Vorderseite der Ferse, der aber nur selten ursächlich für die Beschwerden ist. Sehr viele Menschen (21% der Bevölkerung) haben einen solchen, ohne dass sie je über Schmerzen berichten. 

In unserem Ratgeber erfahren Sie unter anderem

  • wie die Behandlung von Plantarfasziitis verläuft,  
  • was für Dehnübungen Sie ausprobieren können,
  • welche Schuhe bei Plantarfasziitis helfen und vieles mehr.
Eine Person steht barfuß im Regen

Ursachen & Symptome von Plantarfasziitis

Ursachen von Plantarfasziitis sind meistens 

  • abrupte Trainingssteigerungen
  • abgelaufene Laufschuhe 
  • neu aufgenommene sportliche Betätigung
  • Überpronation  

Ein typisches erstes Anzeichen für Plantarfasziitis sind Schmerzen morgens nach dem Aufstehen, wenn der Fuß bei den ersten Schritten noch unflexibel ist. Diese verschwinden meist, sobald die Muskulatur erwärmt ist.

Plantarfasziitis-Symptome zeigen sich hingegen meist durch Schmerzen an der vorderen Unterseite der Ferse. Sie können aber auch den gesamten unteren Bereich des Fußes einschließen. Der Schmerz tritt typischerweise meist nur in einem Fuß auf. Bei beidseitigem Schmerz können falsche Laufschuhe die Ursache sein.

Hier zwei Beispiele von Dehnübungen bei Plantarfasziitis: 

  1. Umgreifen Sie die Zehen mit der Hand und ziehen Sie sie Richtung Schienbein, bis Sie eine Dehnung verspüren. Halten Sie diese Position etwa 10 Sekunden und wiederholen Sie die Übung 10-mal hintereinander und zweimal täglich.
  2. Stellen Sie sich mit dem Gesicht zur Wand. Ziehen Sie die Zehen des schmerzenden Fußes nach oben an. Die Ferse bleibt dabei auf dem Boden, die Zehen hingegen berühren die Wand. Achten Sie darauf, dass Ihre Ferse und Fußspitze in einer Linie sind. Wiederholen Sie die Dehnübung 10-mal hintereinander für jeweils 10 Sekunden (auch hier empfiehlt es sich, dies 2-mal pro Tag durchzuführen).

Auch Stützverbände können bei Plantarfasziitis Abhilfe schaffen.

Der Arzt behandelt den Fuß eines Patienten

Bei Plantarfasziitis ist es normalerweise notwendig, die Belastungszeit des Fußes zu verringern. Schwimmen ist als ausgleichende Bewegung sehr gut.  

Mit der Plantarfasziitis geht häufig eine Verkürzung der Achillessehne einher. Daher berichten viele Läufer über Linderung ihrer Beschwerden, wenn sie regelmäßig die Achillessehne dehnen.

Als erfolgreiche Behandlungsmethode haben sich auch Plantarfasziitis-Einlagen mit rückfußstabilisierenden Elementen erwiesen. Sie bewirken, dass der Fuß gerade aufsetzt und kein Zug im Fußsohlenband entsteht. Großflächige Weichpolsterungen entlasten zudem die Ferse.  

Wichtig: In jedem Fall sollten Sie bei Plantarfasziitis vermeiden, den Schmerz durch vermehrte Belastung "wegzulaufen".   

Weitere Ursachen für Fersenschmerz

Wenn obengenannte Therapieformen versagen, kommt eine weitere Ursache für dieses Krankheitsbild in Betracht. Die Kompression eines Nervs an der Innenseite der Ferse.

Es gibt bestimmte Nerven in diesem Bereich, die für die Sensibilität der Ferse und für die Bewegung der Kleinzehe mit verantwortlich sind. Diese Nerven verlaufen zwischen zwei Muskeln, deren Ränder sie abklemmen können. Es gibt keine sichere neurologische Messmethode (ähnlich wie bei der Messung des Karpaltunnelsyndroms), mit der die Störung der Nervenfunktion nachgewiesen werden kann.

Daher geht man im Ausschlussverfahren davon aus, dass wenn die Einlagentherapie versagt, ein Nerv eingeklemmt sein kann.

So beugen Sie Plantarfasziitis vor [Tipps]

Um schon im Vorfeld zu verhindern, dass es zur Plantarfasziitis kommt, haben wir für Sie einige hilfreiche Tipps vorbereitet, die Sie in Ihren Alltag integrieren können. 

  1. Sie sollten ihre Laufleistung pro Woche nie um mehr als 10% steigern.
  2. Nach ca. 1000 Kilometern sind Laufschuhe "verbraucht" – das heißt, es müssen neue her. Doch welche Schuhe eignen sich bei Plantarfasziitis am besten? Da die Plantarfaszie das Fußgewölbe unterstützt und beim Laufen Stöße absorbiert, sind Stabilitätsschuhe zu empfehlen. Diese haben eine festere Mittelsohle auf der Seite des Fußgewölbes und einem weicheren Schaumstoff an der Außenseite.
  3. Auch Morgens vor dem Aufstehen können Sie schon etwas tun. Ziehen Sie ihre Zehen mit einem Handtuch o. ä. unter dem Fußballen bei zunächst gestrecktem, danach auch gebeugtem Knie vorsichtig zum Körper hin.

Prognose bei der Plantarfasziitis: Wie lange dauert sie eigentlich? 

Der Krankheitsverlauf bei Plantarfasziitis kann wenige Wochen bis viele Jahre andauern (manchmal mit beschwerdefreien Intervallen). Ohne Ihre aktive Mitwirkung ist eine Heilung eher schwierig.  

In einer Studie über Dehnübungen bei Plantarfasziitis gab es folgende Ergebnisse:​​​​​

  • Nach einem Zeitraum von 2 Jahren mit täglichen Dehnübungen hatten 94% der Teilnehmer keine oder kaum Schmerzen, 
  • 92% waren mit der Behandlung zufrieden,
  • 77% waren bei Alltagsaktivitäten nicht mehr eingeschränkt. 

Die besten Werte ergaben sich nach sechs Monaten, daher sollte das Training mindestens so lange andauern.

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